Backlinks: Was sie sind, warum sie wirken und was in der KI-Suche zählt

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Tobias Rendl

25. Juni 2026 · 10 Min. Lesezeit

Backlinks analysieren: Bildschirm mit Daten und Diagrammen

Backlinks sind Links von fremden Websites auf deine Seiten und zählen seit den Anfängen von Google zu den wichtigsten Signalen für Relevanz und Vertrauen. Mit AI Overviews und ChatGPT stellt sich allerdings die Frage, ob sie noch dasselbe Gewicht haben. Dieser Leitfaden erklärt dir, wie Backlinks wirken, woran du gute Links erkennst und welche Rolle sie in der KI-Suche spielen.

Ein Backlink ist ein Hyperlink, der von einer anderen Domain auf deine Website zeigt. Andere Bezeichnungen sind eingehender Link, Rückverweis oder Inbound Link. Aus Sicht der verlinkenden Seite handelt es sich um einen ausgehenden Link.

Rund um das Thema begegnen dir einige Grundbegriffe immer wieder:

  • Verweisende Domain: die Website, von der ein Link kommt. Zehn Links von derselben Domain zählen als eine verweisende Domain.
  • Ankertext: der sichtbare, klickbare Text eines Links. Er gibt Suchmaschinen einen Hinweis, worum es auf der Zielseite geht.
  • Linkziel: die konkrete URL, auf die der Link zeigt, etwa deine Startseite oder ein bestimmter Artikel.
  • Linkprofil: die Gesamtheit aller eingehenden Links einer Website, inklusive Quellen, Ankertexten und Attributen.

Der Unterschied zu internen Links

Interne Links verbinden Seiten innerhalb deiner eigenen Domain. Sie steuern Nutzer und Crawler durch deine Inhalte, und du hast sie vollständig unter Kontrolle. Externe Verweise dagegen setzt jemand anderes. Genau deshalb gelten sie als glaubwürdigeres Signal, denn eine fremde Website empfiehlt dich freiwillig weiter.

Backlinks sind der bekannteste Teil von Offpage SEO, also aller Signale, die außerhalb deiner Website entstehen. Erwähnungen, Bewertungen und Markenbekanntheit gehören ebenfalls dazu.

Die Idee hinter diesem Signal stammt aus der Wissenschaft. Dort gilt ein Aufsatz als bedeutend, wenn viele andere Arbeiten ihn zitieren. Larry Page und Sergey Brin übertrugen dieses Prinzip 1998 in ihrem Stanford-Paper „The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine“ auf das Web und legten damit den Grundstein für Google.

Der Algorithmus dahinter heißt PageRank. Vereinfacht funktioniert er so:

  • Jeder Link ist eine Art Stimme für die verlinkte Seite.
  • Stimmen von Seiten, die selbst viele gute Links erhalten, wiegen schwerer.
  • Eine Seite verteilt ihr Gewicht auf alle ausgehenden Links. Je mehr Links eine Seite setzt, desto weniger gibt jeder einzelne weiter.

Das Modell stellt sich einen Surfer vor, der zufällig von Link zu Link klickt. Seiten, auf denen er häufig landet, gelten als wichtig. Diese Logik erklärt, warum ein einzelner Link von einem renommierten Fachmedium mehr bewirken kann als viele Links von unbekannten Seiten.

Links helfen Google beim Entdecken neuer Seiten

Neben der Bewertung erfüllen Links eine zweite, oft unterschätzte Aufgabe. Google findet neue Seiten zu einem großen Teil, indem der Crawler Links folgt. Eine Seite, auf die kein einziger Link zeigt, wird schwerer entdeckt, auch wenn eine XML-Sitemap hilft. Externe Verweise helfen also beim Ranking und bei der Aufnahme in den Index.

Welche Rolle PageRank heute spielt

Google hat das Verfahren seit 1998 vielfach weiterentwickelt und mit Hunderten anderen Signalen kombiniert. In seinem Leitfaden zu den Ranking-Systemen (Stand Dezember 2025) schreibt Google, dass verschiedene Systeme auswerten, wie Seiten aufeinander verlinken. PageRank gehört demnach weiterhin zu den Kernsystemen.

Den öffentlich sichtbaren PageRank-Wert in der Google-Toolbar hat Google 2016 abgeschafft. Seitdem existiert keine offizielle Kennzahl mehr, die du einsehen kannst. Alle Autoritätswerte in SEO-Tools sind Nachbildungen der jeweiligen Anbieter.

Gleichzeitig warnt Google vor Überschätzung. Gary Illyes vom Google-Search-Team sagte im September 2023 auf der Pubcon Pro, Links seien wichtig, würden aber überschätzt und gehörten schon länger nicht mehr zu den drei wichtigsten Ranking-Faktoren. Ranken ohne Links sei möglich. Backlinks bleiben also relevant, sind aber kein Ersatz für hilfreiche Inhalte.

Backlinks verbinden Websites wie die Glieder einer Kette
Wie Kettenglieder verbinden Links einzelne Websites zu einem Netz aus Empfehlungen. Foto: Unsplash

Nicht jeder Link hilft. Manche bleiben wirkungslos, andere verstoßen gegen Googles Richtlinien. Die Qualität eines Links erkennst du an wenigen Kriterien.

Merkmale guter Links

  • Thematische Relevanz: Die verlinkende Seite behandelt ein Thema, das zu deinem Angebot passt.
  • Vertrauenswürdige Quelle: Die Website hat echte Leser, eine erkennbare Redaktion oder Fachkompetenz.
  • Redaktioneller Kontext: Der Link steht im Fließtext und hilft Lesern, ein Thema zu vertiefen.
  • Natürlicher Ankertext: Markenname, URL oder beschreibende Formulierungen statt immer gleicher Keywords.
  • Echter Traffic: Ein guter Link bringt im besten Fall auch Besucher, die sich für dein Thema interessieren.

Warnsignale schlechter Links

  • Links aus Netzwerken, die erkennbar nur zum Linkverkauf existieren
  • Links in Kommentaren, Footern oder Widgets, die auf vielen fremden Seiten auftauchen
  • massenhaft gleiche, keywordoptimierte Ankertexte
  • Einträge in minderwertigen Verzeichnissen ohne redaktionelle Prüfung
  • bezahlte Links ohne Kennzeichnung

Google fasst solche Praktiken in seinen Richtlinien zu Link-Spam zusammen. Bezahlte Links, die Ranking-Signale weitergeben, zählen ausdrücklich dazu. Welche Risiken der Linkkauf mit sich bringt und wie du ihn einordnest, liest du in unserem Beitrag Backlinks kaufen: Chancen und Risiken.

So sieht ein natürliches Linkprofil aus

Google bewertet nicht nur einzelne Links, sondern auch Muster. Ein Profil, das über Jahre organisch gewachsen ist, hat typische Merkmale. Daran kannst du dein eigenes Profil messen.

  • Vielfältige Quellen: Fachmedien, Blogs, Verbände, Partner, Verzeichnisse und Foren in einer gesunden Mischung
  • Gemischte Ankertexte: überwiegend Markenname, URL und allgemeine Formulierungen, nur wenige exakte Keywords
  • Verschiedene Linkziele: Startseite, Ratgeber, Produktseiten und Studien statt nur einer einzigen URL
  • Stetiges Wachstum: neue Verweise kommen regelmäßig hinzu, oft nach Veröffentlichungen oder Presseberichten

Auffällige Sprünge sind kein Beweis für Manipulation. Ein viraler Artikel kann über Nacht Hunderte Verweise auslösen. Problematisch wird es, wenn viele neue Links aus fragwürdigen Quellen mit identischen Ankertexten kommen.

Mit dem rel-Attribut teilt eine Website Google mit, wie ein Link zu verstehen ist. Google unterscheidet in seiner Dokumentation zu ausgehenden Links drei Werte:

  • rel=“sponsored“ kennzeichnet Werbung und bezahlte Platzierungen.
  • rel=“ugc“ steht für nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare und Forenbeiträge.
  • rel=“nofollow“ nutzt du, wenn kein anderer Wert passt und du die verlinkte Seite nicht empfehlen möchtest.

Seit 2019 behandelt Google diese Attribute nach eigener Ankündigung als Hinweise und nicht mehr als strikte Anweisung. Ein nofollow-Link kann also in die Bewertung einfließen, muss es aber nicht. Für dich heißt das, dass auch gekennzeichnete Links Wert haben, etwa durch Besucher und Markenbekanntheit. Alle Details findest du in unserem Leitfaden Nofollow-Links: Bedeutung und richtiger Einsatz.

Wer seine eingehenden Links kennt, erkennt Chancen und Risiken früher. Den Einstieg liefert die Google Search Console. Im Bericht „Links“ siehst du kostenlos, welche Websites am häufigsten auf dich verlinken, welche deiner Seiten die meisten externen Links erhalten und welche Ankertexte verwendet werden.

Für tiefere Analysen und den Blick auf Wettbewerber brauchst du ein spezialisiertes Tool. Verbreitet sind:

  • Ahrefs: großer eigener Linkindex, Kennzahl Domain Rating (DR)
  • Semrush: Backlink-Analyse als Teil einer umfangreichen SEO-Suite, Kennzahl Authority Score
  • Sistrix: im deutschsprachigen Raum verbreitet, mit Linkmodul neben dem Sichtbarkeitsindex
  • Majestic: spezialisiert auf Linkdaten, Kennzahlen Trust Flow und Citation Flow

Wichtig ist eine realistische Einordnung. Werte wie Domain Rating oder Authority Score sind Schätzungen der jeweiligen Anbieter und keine Google-Kennzahlen. Jedes Tool crawlt nur einen Teil des Webs, deshalb weichen die Zahlen voneinander ab. Nutze sie zum Vergleich und für Trends, nicht als absolute Wahrheit.

Backlinks prüfen: Liniendiagramm auf einem Bildschirm zur Linkentwicklung
Backlink-Tools zeigen, wie sich die Zahl verweisender Domains über die Zeit entwickelt. Foto: Unsplash

Worauf du bei der Analyse achtest

  • Wächst die Zahl der verweisenden Domains stetig?
  • Kommen neue Links aus thematisch passenden Quellen?
  • Sind die Ankertexte natürlich verteilt?
  • Gibt es plötzliche Ausschläge, etwa durch Spam-Links von Unbekannten?

Das Disavow-Tool, mit dem du Google bittest, bestimmte Links zu ignorieren, brauchen laut Google die meisten Websites nicht. Es ist für Fälle gedacht, in denen du selbst unnatürliche Links aufgebaut hast oder eine manuelle Maßnahme vorliegt.

Diese Frage stellen sich viele, seit KI-Systeme Antworten direkt in der Suche liefern. Die ehrliche Antwort lautet, dass Backlinks weiter zählen, aber nicht allein über deine Sichtbarkeit in KI-Antworten entscheiden.

Was Google sagt

Google schreibt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen, dass die bekannten SEO-Best-Practices auch für AI Overviews und den KI-Modus gelten. Es gebe keine zusätzlichen Anforderungen. Die Systeme greifen auf den Suchindex zurück und stellen über den sogenannten Query Fan-out mehrere verwandte Suchanfragen. Seiten, die dank starker Verweise in der klassischen Suche gut ranken, haben deshalb auch bessere Chancen, als Quelle in einer KI-Antwort aufzutauchen.

Was die Daten zeigen

Ahrefs hat im Mai 2025 in einer Analyse von 75.000 Marken untersucht, welche Faktoren mit Nennungen in AI Overviews zusammenhängen. Die stärkste Korrelation zeigten Erwähnungen der Marke im Web (0,664), gefolgt vom Markennamen als Ankertext (0,527). Die Zahl verweisender Domains lag bei 0,295, die reine Zahl der Backlinks bei 0,218.

Ahrefs weist selbst darauf hin, dass Korrelation keine Kausalität belegt. Die Daten legen aber nahe, dass Erwähnungen und Markensignale für KI-Sichtbarkeit wichtiger sind als die Menge der Links. Auffällig ist, dass Links mit dem Markennamen als Ankertext weit oben stehen. Gute Links und starke Marke gehören also zusammen.

Was das für dich bedeutet

  • Backlinks helfen weiter, damit deine Seiten gefunden, indexiert und gut gerankt werden.
  • Für KI-Antworten zählt zusätzlich, wie oft und in welchem Kontext deine Marke erwähnt wird, auch ohne Link.
  • Reine Linkmenge verliert an Bedeutung. Qualität, Kontext und Markenbezug gewinnen.

Rund um das Thema halten sich hartnäckige Annahmen, die zu falschen Entscheidungen führen. Diese drei begegnen dir besonders häufig.

  • „Viel hilft viel.“ Hunderte Links von irrelevanten Seiten bringen wenig und können Googles Spam-Erkennung auf den Plan rufen. Ein paar starke Verweise aus deiner Branche sind wertvoller.
  • „Domain Rating ist ein Google-Wert.“ DR, Authority Score oder Trust Flow stammen von Tool-Anbietern. Google nutzt diese Werte nicht.
  • „Jeder Link muss dofollow sein.“ Ein natürliches Profil enthält immer auch gekennzeichnete Links aus Foren, sozialen Netzwerken oder Werbung. Ein Profil ganz ohne solche Links wirkt eher künstlich.

Wer diese Punkte im Kopf behält, investiert Zeit und Budget gezielter und vermeidet Angebote, die schnelle Erfolge versprechen.

Die nachhaltigsten Verweise entstehen, weil andere deine Inhalte wirklich nützlich finden. Bewährt haben sich vor allem diese Ansätze:

  • Linkwürdige Inhalte: eigene Daten, Studien, Werkzeuge oder umfassende Leitfäden, die andere gern zitieren
  • Digital PR: Expertise und Geschichten, die Redaktionen aufgreifen
  • Unverlinkte Erwähnungen: Nennungen deiner Marke finden und um einen Link bitten, wenn er Lesern hilft
  • Kaputte Links ersetzen: auf fremden Seiten nicht mehr erreichbare Quellen finden und passenden Ersatz anbieten
  • Beziehungen pflegen: mit Partnern, Verbänden, Hochschulen und Fachmedien zusammenarbeiten

Die Grundlagen und typischen Fehler erklärt unser Beitrag Linkaufbau: Was du wissen und beachten musst. Wie du daraus einen planbaren Prozess mit Zielen, Zielgruppen und Taktiken entwickelst, zeigt der Leitfaden Linkbuilding-Strategie für nachhaltigen Erfolg.

Fazit

Backlinks sind weiterhin ein wichtiges Ranking-Signal. Das PageRank-Prinzip lebt in Googles Kernsystemen fort, auch wenn Google selbst betont, dass Links überschätzt werden. Entscheidend ist die Qualität, nicht die Menge.

In der KI-Suche verschiebt sich das Gewicht zusätzlich in Richtung Marke und Erwähnungen. Wer gute Backlinks aus relevanten Quellen gewinnt und gleichzeitig seine Marke stärkt, ist für klassische Suche und KI-Antworten gut aufgestellt. Abkürzungen über gekaufte oder massenhaft erzeugte Links bringen dagegen vor allem Risiken.

Was sind Backlinks einfach erklärt?

Backlinks sind Links von anderen Websites auf deine Seite. Suchmaschinen werten sie als Empfehlung, die auf Relevanz und Vertrauen hindeutet.

Wie viele Backlinks braucht eine Website?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend sind Qualität und thematische Passung der verweisenden Domains sowie das Niveau deiner Wettbewerber in den Suchergebnissen.

Wie finde ich heraus, welche Backlinks ich habe?

Kostenlos zeigt dir der Bericht „Links" in der Google Search Console die wichtigsten verlinkenden Websites und Ankertexte. Für Detailanalysen und Wettbewerbsvergleiche eignen sich Tools wie Ahrefs, Semrush, Sistrix oder Majestic.

Sind nofollow-Backlinks wertlos?

Nein. Google behandelt nofollow seit 2019 als Hinweis, und solche Links können Besucher und Markenbekanntheit bringen. Ein natürliches Linkprofil enthält immer auch nofollow-Links.

Sind Backlinks für die KI-Suche noch wichtig?

Ja, denn KI-Funktionen wie AI Overviews greifen auf den Suchindex zurück, in dem Backlinks weiter eine Rolle spielen. Daten von Ahrefs aus dem Jahr 2025 zeigen allerdings, dass Erwähnungen der Marke stärker mit KI-Sichtbarkeit zusammenhängen als die reine Linkmenge.