Google Spam Update: Alle Spam-Updates 2025 und 2026, Richtlinien und Erholung

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Jonas Kellner

30. Juli 2026 · 11 Min. Lesezeit

Google Spam Update: Bildschirm mit einer Datenauswertung zur Analyse von Ranking-Verlusten

Ein Google Spam Update kann deine Rankings innerhalb weniger Tage verschieben, ohne dass du an deiner Website etwas geändert hast. Allein 2026 hat Google bis Oktober vier Spam-Updates ausgerollt, zuletzt im September mit einer Laufzeit von fast zwei Wochen. Dieser Leitfaden erklärt, wie ein Google Spam Update funktioniert, welche Richtlinien dahinterstehen und wie du einen Rückgang sauber diagnostizierst.

Was ist ein Google Spam Update?

Google bekämpft Spam rund um die Uhr. Automatische Systeme prüfen ständig, ob Seiten gegen die Spam-Richtlinien der Google-Suche verstoßen, und werten betroffene Inhalte ab oder entfernen sie aus dem Index. Von einem Google Spam Update spricht Google, wenn es diese Systeme spürbar verbessert und die neue Version weltweit ausrollt.

Ein solches Update führt also keine neue Strafe ein. Es macht die Erkennung von Verstößen genauer, die Google ohnehin nicht duldet. Seiten, die vorher durch das Raster gefallen sind, verlieren dann plötzlich Sichtbarkeit. Websites ohne Verstöße profitieren manchmal indirekt, weil Konkurrenten mit Spam-Taktiken nach unten rutschen.

SpamBrain: die KI hinter der Spam-Erkennung

Das Herzstück heißt SpamBrain. Google beschreibt es in seiner Dokumentation zu Spam-Updates als „AI-based spam-prevention system“, also als KI-gestütztes System zur Spam-Abwehr. Google trainiert SpamBrain regelmäßig nach, damit es auch neue Spam-Muster erkennt.

SpamBrain bewertet nicht nur Inhalte. Seit dem Link Spam Update vom Dezember 2022 setzt Google das System auch gezielt gegen gekaufte und manipulative Links ein. Solche Links verlieren ihre Wirkung, die betroffene Seite fällt auf das Niveau zurück, das sie ohne diese Links hätte.

Spam-Update oder Core Update?

Beide Update-Typen erscheinen im selben Dashboard, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Ein Google Core Update bewertet die Qualität und Relevanz von Inhalten insgesamt neu. Dabei kann eine Seite verlieren, obwohl sie gegen keine Regel verstößt, weil andere Inhalte als hilfreicher eingestuft werden.

Ein Google Spam Update zielt dagegen auf konkrete Regelverstöße. Wer verliert, sollte deshalb zuerst prüfen, ob eine der Spam-Richtlinien greift. Liegen beide Updates eng beieinander, wie im März 2026, wird die Ursachenanalyse anspruchsvoller.

Google Spam Update: Papierflieger mit der Aufschrift Spam als Symbol für unerwünschte Inhalte
Spam ist für Google jede Taktik, die Rankings manipuliert, statt Nutzern zu helfen. Foto: Unsplash

Alle Google Spam Updates 2025 und 2026 im Überblick

Google meldet jedes größere Ranking-Update im offiziellen Google Search Status Dashboard. Dort findest du Start, Abschluss und Dauer. Die folgende Liste beruht auf diesen Einträgen (Stand: Oktober 2026, Zeiten laut Dashboard in US-Pacific-Zeit):

  • August 2025 Spam Update: Start am 26. August 2025, Laufzeit rund 26 Tage und 15 Stunden. Es war das einzige Spam-Update des Jahres 2025.
  • März 2026 Spam Update: Start am 24. März 2026, nach nur 19 Stunden und 30 Minuten abgeschlossen. Wenige Tage später, am 27. März, startete das März 2026 Core Update.
  • Juni 2026 Spam Update: Start am 24. Juni 2026, Abschluss nach zwei Tagen und einer Stunde.
  • August 2026 Spam Update: Start am 18. August 2026, Abschluss am 21. August 2026. Google hatte eine Laufzeit von „einigen Tagen“ angekündigt.
  • September 2026 Spam Update: Start am 24. September 2026, Abschluss am 8. Oktober 2026. Google hatte bis zu zwei Wochen angekündigt, die Laufzeit betrug 13 Tage und 16 Stunden.

Alle fünf Updates gelten laut Google weltweit und für alle Sprachen. Ein Google Spam Update betrifft also deutschsprachige Websites genauso wie englischsprachige.

Was die Spam-Updates 2026 auszeichnet

Auffällig ist vor allem die Taktung. Vier Spam-Updates in gut sechs Monaten gab es in den Jahren zuvor nicht. Zum Vergleich listet das Dashboard für 2024 drei Spam-Updates (März, Juni, Dezember) und für 2025 nur eines.

Die Laufzeiten schwanken stark, von unter einem Tag bis fast zwei Wochen. Google nennt in den Dashboard-Einträgen keine konkreten Spam-Typen, auf die ein Update zielt. Aussagen über Schwerpunkte stammen meist aus Beobachtungen von SEO-Tools und sind deshalb mit Vorsicht zu lesen.

Für dich heißt das praktisch: Plane mit mehr als einem Google Spam Update pro Jahr und behalte das Dashboard im Blick. Wer Ranking-Schwankungen mit Update-Zeiträumen abgleicht, spart sich viel Rätselraten.

Googles Spam-Richtlinien im Überblick

Jedes Google Spam Update setzt die offiziellen Spam-Richtlinien der Google-Suche durch. Die Liste ist lang und reicht von Cloaking über Hidden Text bis zu Keyword-Stuffing. Vier Richtlinien prägen die Diskussion der letzten Jahre besonders. Drei davon hat Google im März 2024 neu eingeführt.

Scaled Content Abuse: Masse statt Mehrwert

Google definiert Scaled Content Abuse als das Erzeugen vieler Seiten mit dem Hauptzweck, Rankings zu manipulieren. Entscheidend ist der Zweck, nicht das Werkzeug. Es spielt keine Rolle, ob Menschen, Templates oder KI-Modelle die Seiten produzieren.

Typische Beispiele aus den Richtlinien:

  • Massenhaft KI-generierte Seiten ohne eigenen Mehrwert
  • Gescrapte Inhalte aus Feeds oder Suchergebnissen, die leicht umformuliert werden
  • Zusammengewürfelte Texte aus verschiedenen Quellen ohne neue Erkenntnis
  • Viele Websites, deren Ausrichtung absichtlich verschleiert wird

Der Einsatz von KI ist an sich also kein Verstoß. Problematisch wird es, wenn du hunderte dünne Seiten veröffentlichst, nur um Suchanfragen abzugreifen.

Site Reputation Abuse: Fremdinhalte auf starken Domains

Bei Site Reputation Abuse veröffentlicht eine Website Inhalte Dritter vor allem deshalb, weil die Domain bereits gute Rankingsignale besitzt. Klassische Beispiele sind Gutschein-, Casino- oder Kreditvergleichsseiten, die auf Nachrichtenportalen oder Hochschul-Websites auftauchen und mit dem eigentlichen Angebot nichts zu tun haben. In der Branche heißt das oft „Parasite SEO“.

Google setzt diese Richtlinie seit Mai 2024 durch und hat sie im November 2024 verschärft. Seitdem schützt auch eine Beteiligung oder Aufsicht durch den Websitebetreiber nicht vor einer Einstufung als Verstoß. Dritte Inhalte sind dabei nicht grundsätzlich verboten. Gastartikel, Syndication oder nutzergenerierte Inhalte bleiben erlaubt, solange sie nicht primär die Reputation der Domain ausnutzen.

Expired Domain Abuse: alte Domains, neue Tricks

Expired Domain Abuse liegt vor, wenn jemand eine abgelaufene Domain kauft und sie vor allem dafür nutzt, Rankings mit minderwertigen Inhalten zu manipulieren. Ein Beispiel ist die frühere Website einer Behörde oder eines Vereins, auf der plötzlich Affiliate-Texte zu Kasinos erscheinen.

Wer eine gebrauchte Domain für ein echtes, thematisch passendes Projekt kauft, verstößt nicht gegen die Regel. Kritisch wird es, wenn die Geschichte der Domain als Hebel dient und der neue Inhalt mit dem alten Ruf nichts zu tun hat.

Linkspam: wenn Links nur Rankings dienen

Linkspam umfasst alle Links, die vor allem dazu dienen, Rankings zu beeinflussen. Dazu gehören gekaufte Links ohne rel="sponsored" oder rel="nofollow", übermäßiger Linktausch, automatisierte Linkprogramme und Links mit stark optimierten Ankertexten in Artikeln, die vor allem dem Linkaufbau dienen.

Wichtig für die Bewertung deines Profils: Google erklärt in der Doku zu Spam-Updates, dass Rankingvorteile aus Spam-Links nach der Neutralisierung nicht zurückkommen. Wie gute Backlinks entstehen und wie eine nachhaltige Linkbuilding-Strategie aussieht, liest du in unseren Leitfäden.

Weitere Verstöße, die du kennen solltest

Neben diesen vier Schwerpunkten führt Google zahlreiche weitere Praktiken auf, die ein Google Spam Update treffen kann:

  • Cloaking: Nutzer und Suchmaschine sehen unterschiedliche Inhalte.
  • Doorway-Seiten: viele ähnliche Seiten, die Besucher auf ein weniger nützliches Ziel lenken.
  • Versteckter Text und versteckte Links
  • Keyword-Stuffing: unnatürliche Häufung von Suchbegriffen.
  • Thin Affiliation: Affiliate-Seiten mit kopierten Händlertexten ohne Mehrwert.
  • Gehackte Inhalte und nutzergenerierter Spam, etwa in Kommentaren oder Foren.
  • Schädliche Praktiken wie Malware oder das Kapern der Zurück-Schaltfläche im Browser.

Bin ich vom Google Spam Update betroffen? So gehst du bei der Diagnose vor

Nicht jeder Rückgang im Update-Zeitraum geht auf ein Google Spam Update zurück. Rankings schwanken ständig, und oft laufen mehrere Effekte parallel. Gehe die Prüfung deshalb in dieser Reihenfolge durch:

  1. Zeitraum abgleichen: Setze in der Search Console im Leistungsbericht eine Notiz für Start und Ende des Updates laut Dashboard. Ein Abfall, der genau in diesem Fenster einsetzt, ist ein starkes Indiz.
  2. Muster erkennen: Betrifft der Verlust die ganze Domain oder nur einzelne Verzeichnisse? Ein Einbruch nur im Gutschein- oder Gastartikel-Bereich deutet eher auf Site Reputation Abuse als auf ein allgemeines Qualitätsproblem.
  3. Manuelle Maßnahmen prüfen: Öffne in der Search Console den Bericht „Manuelle Maßnahmen“ und den Bericht „Sicherheitsprobleme“. Steht dort ein Eintrag, hast du deine Antwort.
  4. Andere Ursachen ausschließen: Technische Fehler, Tracking-Probleme, ein parallel laufendes Core Update oder Saisonalität erzeugen ähnliche Kurven. Unser Leitfaden zum organischen Traffic-Einbruch hilft bei dieser Abgrenzung.
  5. Richtlinien ehrlich prüfen: Gleiche deine betroffenen Seiten mit den Spam-Richtlinien ab. Frage dich bei jeder Seitengruppe, ob sie auch ohne Suchmaschine einen Grund hätte zu existieren.

Prüfe außerdem dein Linkprofil. Zeigen viele Links mit harten Money-Keywords auf deine Seiten oder stammen sie aus offensichtlichen Linknetzwerken, kann ein Teil deiner früheren Sichtbarkeit auf diesen Links beruht haben.

Google Spam Update prüfen: Bildschirm mit der Google-Suche
Ob ein Rückgang auf ein Spam-Update zurückgeht, zeigt erst der Abgleich mit Search-Console-Daten. Foto: Unsplash

Manuelle Maßnahme oder algorithmische Abwertung?

Google kann Spam auf zwei Wegen ahnden. Ein Google Spam Update ist nur einer davon, und die Unterscheidung bestimmt, wie du vorgehst.

Manuelle Maßnahmen

Eine manuelle Maßnahme verhängt ein Mensch aus Googles Webspam-Team. Du erkennst sie eindeutig am Eintrag im Search-Console-Bericht „Manuelle Maßnahmen“, inklusive Art des Verstoßes und betroffenem Bereich. Google benachrichtigt dich zusätzlich über die Search Console.

Der Weg zurück ist klar definiert. Du behebst den Verstoß vollständig, dokumentierst deine Schritte und stellst einen Antrag auf erneute Überprüfung. Ein Google-Mitarbeiter prüft den Antrag und hebt die Maßnahme auf, wenn die Probleme gelöst sind.

Algorithmische Abwertung

Ein Google Spam Update wirkt dagegen algorithmisch. Es gibt keine Benachrichtigung, keinen Eintrag in der Search Console und keinen Antrag, den du stellen kannst. Du siehst nur die Folge: weniger Impressionen und Klicks.

  • Manuell: sichtbar in der Search Console, Antrag auf erneute Überprüfung möglich, Aufhebung nach positiver Prüfung.
  • Algorithmisch: keine Meldung, kein Antrag, Erholung nur durch dauerhafte Einhaltung der Richtlinien.

Erholung nach einem Google Spam Update

Google beschreibt den Weg zurück in seiner Dokumentation zu Spam-Updates nüchtern. Verbesserungen können sich auswirken, wenn die automatischen Systeme „über einen Zeitraum von Monaten“ lernen, dass die Website die Spam-Richtlinien einhält. Eine Abkürzung gibt es nicht.

Diese Schritte haben sich als sinnvolle Reihenfolge bewährt:

  1. Verstoß abstellen: Entferne skalierte Dünninhalte, nimm fremde Inhalte ohne Bezug zu deinem Angebot offline oder setze sie auf noindex, beende bezahlte Linkprogramme.
  2. Bestand konsolidieren: Fasse ähnliche Seiten zusammen und leite sie per 301 weiter. Weniger, dafür stärkere Seiten senden ein klareres Signal.
  3. Links bereinigen: Lass eindeutig gekaufte Links entfernen oder kennzeichnen. Das Disavow-Tool brauchst du laut Google nur bei vielen künstlichen Links, die eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder auslösen könnten.
  4. Qualität aufbauen: Investiere in Inhalte mit eigener Erfahrung, nachvollziehbaren Quellen und klarer Autorenschaft.
  5. Geduldig messen: Beobachte die Entwicklung über mehrere Monate und prüfe nach jedem weiteren Google Spam Update, ob sich die Kurve verändert.

Zwei Punkte solltest du realistisch einordnen. Erstens kehrt Sichtbarkeit, die auf Spam-Links beruhte, nicht zurück. Zweitens bringt die Bereinigung allein keine Rankings, wenn die übrig gebliebenen Inhalte schwach sind. Spätestens dann wird aus dem Spam-Thema ein Qualitätsthema, das eher beim nächsten Core Update entschieden wird.

Google Spam Update Erholung: aufgeklappter Laptop auf dem Schreibtisch
Nach einem Spam-Update zählt saubere Arbeit am Bestand mehr als schnelle Tricks. Foto: Unsplash

So schützt du deine Website vor dem nächsten Update

Am besten fährst du mit einer Website, die ein Google Spam Update gar nicht erst betrifft. Ein paar Grundregeln helfen dabei:

  • Veröffentliche Inhalte, weil sie deine Zielgruppe weiterbringen, nicht weil ein Suchvolumen lockt.
  • Prüfe KI-gestützte Texte redaktionell und ergänze eigene Expertise, Daten und Beispiele.
  • Vermiete keine Bereiche deiner Domain an Dritte, deren Inhalte nichts mit deinem Kernthema zu tun haben.
  • Kennzeichne bezahlte Links und Kooperationen korrekt.
  • Sichere Kommentarbereiche, Foren und Formulare gegen automatisierten Spam ab und halte dein CMS aktuell.

Fazit

Ein Google Spam Update ist kein Zufallsereignis. Es setzt Regeln durch, die Google öffentlich dokumentiert hat. Mit vier Spam-Updates bis Oktober 2026 hat Google das Tempo deutlich erhöht, und die Laufzeiten reichen von weniger als einem Tag bis zu zwei Wochen.

Für dich zählt vor allem eine saubere Diagnose. Gleiche Rückgänge mit dem Status Dashboard ab, prüfe die Search Console auf manuelle Maßnahmen und gehe die Spam-Richtlinien ehrlich durch. Wer betroffen ist, braucht Konsequenz und Geduld, denn die Erholung dauert laut Google Monate. Wer von Anfang an für Menschen statt für Algorithmen publiziert, kann dem nächsten Update gelassen entgegensehen.

Häufige Fragen zum Google Spam Update

Was ist ein Google Spam Update?

Ein Google Spam Update ist eine spürbare Verbesserung von Googles automatischen Spam-Erkennungssystemen wie SpamBrain. Es wertet Seiten ab, die gegen die Spam-Richtlinien der Google-Suche verstoßen, und gilt in der Regel weltweit für alle Sprachen.

Wie viele Spam-Updates gab es 2026?

Laut Google Search Status Dashboard gab es bis Oktober 2026 vier Spam-Updates: im März, Juni, August und September. Das September-Update lief vom 24. September bis 8. Oktober 2026.

Woran erkenne ich, ob meine Website von einem Spam-Update betroffen ist?

Ein Rückgang, der genau im Rollout-Zeitraum laut Dashboard einsetzt, ist ein starkes Indiz. Prüfe zusätzlich den Bericht „Manuelle Maßnahmen“ in der Search Console und schließe technische Fehler, Tracking-Probleme und parallele Core Updates aus.

Wie lange dauert die Erholung nach einem Google Spam Update?

Google nennt keinen festen Zeitraum. Laut Dokumentation können Verbesserungen wirken, wenn die automatischen Systeme über Monate lernen, dass die Website die Spam-Richtlinien einhält.

Kann ich nach einem Spam-Update einen Antrag auf erneute Überprüfung stellen?

Nur bei einer manuellen Maßnahme, die in der Search Console angezeigt wird. Eine algorithmische Abwertung durch ein Spam-Update kannst du nicht per Antrag aufheben lassen, sondern nur durch das dauerhafte Beheben der Verstöße.